Was tun, wenn die ERstattung der Kostenträger geringer als erwartet ausfällt ?

Sie haben Ihre Zahnbehandlung erfolgreich durchgestanden und reichen nun Ihre Behandlungsrechnung bei Ihrem Kostenträger ein. Statt der erwarteten Zahlung erreicht Sie jedoch ein Schreiben Ihrer Krankenversicherung/Zusatzversicherung oder Beihilfe, daß die Rechnung für Ihre Behandlung nicht oder nicht in vollem Umfang bezuschußt werden soll. 

Verschiedene Gründe können vorliegen:

  • Ihr individueller Versicherungsvertrag enthält Leistungseinschränkungen oder -ausschlüsse, die Ihnen nicht mehr bewußt waren/sind.
  • In Ihrem Versicherungstarif werden Laborkosten für die zahntechnischen Leistungen lediglich nach einer bundesweit gültigen Durchschnittspreisliste (so genannte Sachkostenliste) statt ortsüblicher Preisliste (Ballungsraum vs. strukturschwacher Raum u.a.) erstattet, was Ihnen bei Vertragsabschluß ev. nicht klar war. 
    Die Höhe der Erstattungen für Laborkosten variiert von Versicherung zu Versicherung stark, bzw. die Versicherten erhalten unterschiedlich hohe Erstattungen (bei jeweils identischer Rechnungsstellung).  
  • Ihr Kostenträger sieht unternehmensinterne, spezifische Einschränkungsregelungen vor, die andere Kostenträger in der Form nicht umsetzen. 
  • Unsere Rechnung enthält im Ausnahmefall einen sachlichen Fehler, den wir dann zu korrigieren hätten.
  • U.a..   

Falls behauptet würde, unsere Steigerungsfaktoren wären überdurchschnittlich angesetzt, da die Leistungshonorare im Jahr 2012 angehoben wurden, empfehle ich zur Überprüfung solcher Informationen die Lektüre der offiziellen Honorar-Vergleichstabelle, die Sie nachfolgend abrufen können:

>>> Offizielle Honorartabelle zum Honorarvergleich von Kassen- und Privathonoraren (PDF-Datei)  

Wenn Sie diese Tabelle studiert haben sollten, haben Sie sicherlich festgestellt, daß bei 60 alltäglichen Leistungspositionen das Privathonorar (2,3-facher Faktor) weit unter dem Honorar der gesetzlichen Krankenkassen und Sozialämter liegt. 

Sie werden sich nun eventuell fragen, wie das sein kann/soll:

Die Preise für Privatbehandlungen wurden im Jahr 1988 festgelegt und waren bis 2011 unverändert gültig. Zum 1. Januar 2012 wurden einige Privatleistungen aufgewertet, andere dafür abgewertet. In der Summe hat sich das Gesamtpreisgefüge seit 30 Jahren nicht wesentlich verändert, so daß der "2,3-fache Standardfaktor" durch Inflation bis heute mindestens 75% an Wert verloren hat. 

Wie löst man diese Thematik ?
Man kann entweder die Behandlungszeit verkürzen und an die heutigen realen Gegenwerte des 2,3-fachen Faktors anpassen - oder umgekehrt die Faktoren so steigern, daß die Gegenwerte solche Behandlungszeitfenster ermöglichen, die der Verordnungsgeber im Jahr 1988 für Optimalbehandlung vorsah. Letzteres ist der ehrliche Weg zu hochwertigerer Zahnheilkunde.